IMPRESSION

HALLO, WIEDER.

ART
17–40mm F1.8 DC

von Naoki Miyashita

Wenn es ein Objektiv gibt, das jeder Filmemacher mindestens einmal verwendet hat, dann ist es zweifellos das 2013 erschienene Sigma 18–35mm F1.8 DC HSM | Art.

Als ich meine Karriere begann, war ich – wie viele andere auch – geradezu hypnotisiert von diesem Objektiv und seiner Blende von F1.8. Sobald ich es in den Händen hielt, habe ich es nie wieder aus der Hand gegeben. Im Laufe der Jahre hat es mich bei mehr Projekten begleitet, als ich zu zählen wage.

Es ist zudem ein wahrhaft einzigartiges Objektiv. Trotz seiner Auslegung als APS-C-Sensor-Objektiv machte es seine atemberaubende optische Leistung und Bildqualität zu einem würdigen Vertreter von Sigmas Art-Label. Vor allem zu Beginn meiner Karriere wurde das Objektiv für mich zu einer Art mentaler Stütze, die mich ermutigte, meinen Weg als freiberuflicher Filmemacher weiterzugehen.

Und dann, mehr als zehn Jahre später, tauchte es wieder vor mir auf.

Wiedergeboren. Leichter. Kleiner.

Im Februar 2025, als Sigma seine neue visuelle Identität vorstellte und das spektakuläre Sigma BF präsentierte, fand das neue Sigma 17–40mm F1.8 DC | Art still und leise seinen Weg in meine Hände.

Es verfügt im Vergleich zu seinem Vorgänger über einen erweiterten Brennweitenbereich: 1mm mehr im Weitwinkelbereich, 5mm mehr im Normalbereich. Gleichzeitig ist es Sigma gelungen, das Gewicht um 275 Gramm zu reduzieren. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie viel Arbeit und Engagement in seine Entwicklung geflossen sein müssen.
Als ich das Objektiv in den Händen hielt, spürte ich die Last der Verantwortung.

Ich begann darüber nachzudenken, welche Motive sich am besten dafür eignen würden, und durchforstete meine Erinnerungen an die letzten zehn Jahre seit Beginn meiner Karriere.

Seltsamerweise deckte sich dieser Zeitraum fast genau mit der Veröffentlichung des Vorgänger-Objektivs.
Ich dachte an meine allerersten Projekte zurück, als ich noch mit meiner geliebten Sigma DP3 Merrill fotografierte.

Ich erfuhr, dass TOKINOHA, eine Keramikmarke mit Sitz in Kyoto und einer meiner ersten Kunden, im März ein neues Projekt starten würde. Das, so dachte ich, wäre die perfekte Gelegenheit, unsere gemeinsamen Wege der letzten zehn Jahre in Fotos und Videos festzuhalten.

Aber es würde auch eine Prüfung meiner Fähigkeiten und meiner Sensibilität sein.

Ich schob meine Ängste und Bedenken beiseite, beschloss, mich ganz auf meine Begeisterung zu konzentrieren, und machte mich auf den Weg nach Kyoto, ins Kiyomizu Pottery Village. Seit meinem letzten Besuch hier ist viel passiert.
Am Eingang der Werkstatt von TOKINOHA warteten Daisuke und Tomoe bereits auf mich.

Obwohl die Werkstatt gerade renoviert worden war, war sie genauso hell und sonnig, wie ich sie in Erinnerung hatte.
Als ich sie nun dort stehen sah, kamen Erinnerungen an das erste Mal zurück, als ich sie vor mir sah.

Mit dem Sigma 17–40mm F1.8 DC | Art an meiner Leica SL3 konnte ich das gesamte Shooting bewältigen, ohne auch nur einmal das Objektiv zu wechseln. Vor langer Zeit hätte ich dafür mehrere Objektive und Kameras gebraucht.

Der schnelle und leise Autofokus, der durch den High-Response Linear Actuator (HLA) angetrieben wird, erwies sich nicht nur für Fotos, sondern auch für Videos als perfekt, zumal ich so gut wie gar kein Fokus-Breathing bemerkte. Darüber hinaus liefert das Objektiv mit seiner konstanten Blende von F1.8 auch bei schlechten Lichtverhältnissen eine aussergewöhnlich gute Leistung.

Gerade beim Filmen ist das haptische Gefühl meiner Ausrüstung sehr wichtig. Kleine Details wie das richtige Drehmoment am Fokusring oder das Fehlen von Fokusatmung beim Zoomen und Fokussieren tragen zu einem stressfreieren, flüssigeren Aufnahmeerlebnis bei und beeinflussen die Qualität der Bilder, die ich aufnehmen kann.

Irgendwie fühlte sich das Objektiv so leicht und mühelos in der Hand an, dass es in meinen Händen zu verschwinden schien, als wäre es gar nicht da – fast wie eine natürliche Verlängerung meiner Gedanken.

40mm am kurzen Ende mögen für manche nicht ausreichen, aber für mich sind sie genau richtig. In der Fotografie gibt es zwei Möglichkeiten, Entfernungen zu überbrücken: entweder durch die Brennweite oder indem man näher herangeht. Wenn man Bilder aufnehmen möchte, die Emotionen und ein echtes Gefühl von Präsenz vermitteln, muss man meiner Meinung nach bereit sein, sich physisch nah an seine Motive heranzubegeben.

Daisuke und Tomoe schienen Wert auf Fortschritte durch stetige, behutsame Schritte zu legen. Ihre Belegschaft wuchs Schritt für Schritt, ebenso wie ihr Unternehmen und ihre Arbeitsräume.

Als ich ihre Veränderungen und Erfolge des vergangenen Jahrzehnts nachverfolgte, konnte ich gewisse Parallelen zur Philosophie von Sigma nicht übersehen, wonach Fortschritt durch die gemeinsamen Anstrengungen und Erfahrungen aller Mitarbeiter entstehen sollte.

Als wir zu ihrem neuen Concept Store „TOKI NO HA“ weitergingen, der Ende März eröffnet werden soll, erfüllten herrliche Düfte aus dem nahegelegenen Restaurant die Luft.

„Bist du sicher, dass du so nah dran sein solltest?“, hörte ich eine Stimme hinter mir fragen.
Tatsächlich war ich etwas zu nah herangegangen. Das Objektiv, das bis dahin kaum spürbar in meinen Händen gelegen hatte, begann sich durch die Hitze zu erwärmen.

HINTER DEN KULISSEN

ÜBER

NAOKI MIYASHITA
Fotograf & Kameramann

Naoki Miyashita ist ein in Tokio und Kyoto ansässiger Fotograf und Kameramann. Er übernimmt ein weites Spektrum an Projekten, von Dokumentarfilmen bis hin zu Werbevideos, ohne sich auf ein bestimmtes Genre festzulegen, und kümmert sich dabei um alle Schritte vom Dreh bis zum endgültigen Schnitt. In seiner Arbeit nähert er sich seinen Motiven mit einer offenen Perspektive, bringt ihre innewohnenden Geschichten und Bedeutungen zum Vorschein und vermittelt sie durch einen einzigartigen visuellen Stil.

Fotos und Videos in Zusammenarbeit mit Daisuke Kiyomizu (TOKINOHA) und Com-ion (HiTOhi, Hotori, Soil Work, TOKI NO HA)

Musik: Shouyo-Yu, Rera / Shinji Wakasa

VERWENDETE AUSRÜSTUNG